Wer keinen Shopify Plus Plan nutzt, steht beim Checkout vor einer Herausforderung: Die Anpassungsmöglichkeiten sind technisch stark limitiert.
Das Layout ist fix, individuelle Felder sind kaum möglich. Doch das bedeutet nicht, dass du Umsatz liegen lassen musst! Wir zeigen dir in diesem Guide für jeden Bereich erst das Basic-Setup (Pflicht) und dann den Advanced-Hack (Kür).
Erfahre, wie du Trust-Siegel über das Logo einschmuggelst, warum Tracking im Checkout eine „Black Box“ ist und wie du durch pures Copywriting deine Conversion Rate steigerst.
Bevor wir in die Konfiguration starten, müssen wir die Erwartungen klären. Shopify verfolgt beim Checkout eine „Closed Garden“-Politik.
Shopify Plus:
Händler haben volle Kontrolle (Checkout Extensibility), können das Layout ändern, Upsells per Drag-and-Drop einbauen und Felder ergänzen.
Shopify Standard
Dein Checkout ist im Layout „gesperrt“. Du kannst keine Elemente verschieben und keine Felder im Code hinzufügen. Deine Spielwiese beschränkt sich auf den Theme-Editor (Farben, Bilder) und die Spracheinstellungen.
Aber auch im Standard kannst du Optimierungen vornehmen. Wir gliedern jeden der folgenden Punkte in Basic (Was du tun musst) und Advanced (Wie du das Maximum herausholst).
Stell dir vor, du checkst in ein 5-Sterne-Luxushotel ein. Die Lobby ist atemberaubend: Marmorböden, sanfte Klaviermusik und es duftet nach Sandelholz. Du fühlst dich exklusiv und gut aufgehoben.
Dann nimmst du den Aufzug, öffnest deine Zimmertür und stehst plötzlich in einer 2-Sterne-Absteige. Grelles Neonlicht, kühler Linoleumboden und Möbel aus Pressspan. Du denkst dir sofort: „Hier stimmt was nicht!“
Genau diesen Schock erleben Kunden täglich im E-Commerce. Sie kommen von deiner liebevoll designten Storefront (die Lobby) und klicken auf „Zur Kasse“.
Wenn sie dort auf einer sterilen Standard-Seite landen, die nichts mehr mit deiner Marke zu tun hat, entsteht ein Trust Gap. Dieser Bruch signalisiert dem Unterbewusstsein: Die Liebe zum Detail endet hier.
So kannst du auch etwas Liebe in den Checkout bringen:
Der Kunde sieht oben im Checkout sofort ein Trust-Element. Das ist ein massiver Conversion-Hebel, der das Vertrauen aufrechterhält und auch ohne Shopify Plus funktioniert.
In unserem Beispiel haben wir das mit einem einfachen Shopify Partners Logo ergänzt. Bewertungssterne von Trustpilot oder Trusted Shops würden sich noch besser eignen.
So findest du die Einstellungen: Einstellungen > Checkout und im Bereich Konfigurationen auf „Anpassen“.
Auch bei den Versandarten haben wir ein paar Möglichkeiten, wie wir diese implementieren und optimieren können.
Damit überhaupt Versandarten im Checkout angezeigt werden können, musst du diese einrichten.
Diese Einstellung nimmst du direkt im Versandtarif vor.
Die Wahl der angebotenen Zahlungsarten kann entscheiden, ob dein Kunde kauft oder abspringt. Diese ist jedoch abhängig von deiner Zielgruppe und kann je nach Bedarf variieren.
Shopify nutzt sogenannte dynamische Checkout-Buttons. Das System erkennt automatisch, welches Gerät und welchen Browser dein Kunde nutzt. Surft er mit einem iPhone (Safari), wird ihm Apple Pay angeboten. Nutzt er ein Android-Gerät, erscheint Google Pay. Das reduziert die Hürden massiv, da der Kunde seine Daten nicht mehr eintippen muss, sondern mit dem Fingerabdruck oder FaceID bezahlt.
Mit kleinen Textänderungen im Checkout können wir noch die letzten Stellschrauben drehen, um deinen Checkout optimal aufzustellen.
Newsletter-Checkbox: Statt: „Für Newsletter anmelden“ ➔ Besser: „Sende mir Rabatt-Codes & Expertentipps (Kein Spam, jederzeit kündbar).“
Ohne Shopify Plus ist der Checkout für dich weitestgehend eine „Black Box“.
Da der Checkout aus Sicherheitsgründen in einer isolierten Umgebung (Sandbox) läuft, kannst du nicht einfach Skripte einschleusen, die beobachten, was der Kunde während des Checkouts tut.
Du kannst nur sehen, ob der Kunde den Checkout startet (begin_checkout) und kauft (purchase).
Du siehst aber nicht, ob der Kunde bei der Auswahl der Versandart oder beim Eingeben der Kreditkartennummer abgebrochen hat (add_shipping_info, add_payment_info). Diese Zwischenschritte bleiben ohne Plus oder komplexes Server-Tracking oft im Dunkeln.
Für 95 % aller Händler ist das wichtigste Signal der Kauf. Solange Google und Facebook wissen, welcher Klick Geld gebracht hat (ROAS), können die Algorithmen deine Kampagnen optimieren.
Ein „Set-it-and-forget-it“ gibt es beim Checkout nicht. Teste regelmäßig selbst, wie sich der Kaufprozess anfühlt, insbesondere in der mobilen Ansicht.
Nutze die neuen Möglichkeiten der Checkout Extensibility, um deinen Shop zukunftssicher zu machen, und behalte die rechtlichen Anforderungen im DACH-Raum immer im Blick.