Shopify Zahlungsarten einrichten
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Alexander Rohleder
Geschäftsführer der Shopify-Agentur Growstem. Mit Fokus auf SEO, Google Ads und Conversion-Optimierung helfe ich E-Commerce-Brands dabei, ihren Shopify-Shop profitabel zu skalieren.

Shopify Zahlungsmethoden hinzufügen: Anleitung, Anbieter-Vergleich & Gebühren-Check (2026)

Das Wichtigste in Kürze

Für den DACH-Raum ist die Kombination aus Shopify Payments (Kreditkarte, Klarna, Sofort, Apple Pay) und PayPal Pflicht. Damit deckst du ca. 90 % der Kundenwünsche ab.

Nutzt du nur externe Drittanbieter (ohne Shopify Payments zu aktivieren), berechnet Shopify zusätzliche Transaktionsgebühren (0,5 % – 2,0 %). Aktiviere Shopify Payments, um diese Zusatzgebühr zu vermeiden.

Standardmäßig ist die „Vorkasse“ in Shopify unübersichtlich. Wir zeigen dir unten, wie du per Code-Snippet die Bankdaten direkt in die Bestellbestätigungs-E-Mail injizierst, damit Kunden sofort überweisen.

Auswahl der richtigen Zahlungsarten

Bevor du wild Haken in den Einstellungen setzt, müssen wir über die Checkout-Psychologie sprechen. Ein Grund, warum Kunden den Kauf im letzten Schritt abbrechen, ist das Fehlen ihrer bevorzugten Zahlungsart.

In Deutschland ticken die Uhren anders als in den USA. Während dort die Kreditkarte dominiert, lieben die Deutschen den Kauf auf Rechnung und PayPal.

 

Mein Rat für dein Setup:

  • PayPal: Ist fast flächendeckend die dominierende Zahlungsart. Ist bei den meistens Shops für mindestens zu 50% der Transaktionen verantwortlich. Ein Muss.
  • Kreditkarte: Standard für internationale Kunden und je nach Zielgruppe für 10-30% der Bestellungen verantwortlich.
  • Klarna (Rechnung/Sofort): Nutzung unterscheidet sich stark je nach Zielgruppe, aber für DE/AT immer aktivieren.
  • Apple Pay / Google Pay: Wichtig für Mobile Shopping und sollte ebenfalls aktiviert bleiben. Wer am Handy shoppt, will keine Kartendaten eintippen.

 

Wenn du diese Methoden anbietest, hast du die technische Basis für eine hohe Conversion-Rate gelegt. Mehr Tipps zur Optimierung des Checkouts findest du in unserem Ratgeber zum Shopify Checkout.

Shopify Payments einrichten (Der "All-in-One" Standard)

Shopify Payments ist die hauseigene Lösung (technisch basierend auf Stripe).

Der größte Vorteil: Du zahlst keine zusätzlichen Transaktionsgebühren an Shopify, sondern nur die Gebühren für die Zahlungsart (z.B. Kreditkartengebühren). Zudem ist das Dashboard vollständig integriert und du siehst die Auszahlungen direkt in Shopify.

Schritt-für-Schritt Aktivierung

  • Gehe in deinem Shopify-Adminbereich unten links auf Einstellungen.
  • Klicke auf Zahlungen.
  • Im Bereich „Shopify Payments“ klickst du auf „Shopify Payments aktivieren“.
Shopify Payments aktivieren
Shopify Payments aktivieren

Du musst nun Unternehmensdaten und persönliche Daten eingeben. Halte deine Handelsregisternummer (falls vorhanden) und deine USt-IdNr. bereit.

Zahlungsarten aktivieren

Sobald Shopify Payments aktiv ist, klickst du oben rechts auf „Verwalten“, um die Zahlungsarten zu aktivieren bzw. zu deaktivieren.

Stelle sicher, dass die Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay und Klarna aktiviert sind.

Standardmäßig zahlt Shopify Payments alle 3 Geschäftstage aus. Du kannst dies in den Einstellungen auf „Monatlich“ oder „Wöchentlich“ ändern, wenn das für deine Buchhaltung einfacher ist.

Achte darauf, dass du Shopify Steuern korrekt eingestellt hast, damit die Rechnungen für deine Kunden stimmen.

PayPal Express Checkout integrieren

PayPal ist in Shopify technisch vom Rest getrennt. Auch wenn du Shopify Payments nutzt, musst du PayPal separat verbinden.

  • Gehe zu Einstellungen > Zahlungen.
  • Im Abschnitt „PayPal“ klickst du auf „PayPal aktivieren“.

 

Du wirst zu PayPal weitergeleitet. Logge dich mit deinem Geschäftskonto ein (kein Privatkonto!). und erteile Shopify die Berechtigungen.

 

Strategische Platzierung des Buttons: PayPal Express erlaubt es Kunden, Daten aus ihrem PayPal-Konto zu ziehen (Adresse etc.), ohne sie im Shop einzutippen.

Im Warenkorb: Dies erhöht die Conversion, da der Weg sehr kurz ist. Aber Achtung: Überspringt der Kunde hier den „Warenkorb-Check“, werden evtl. Upsells oder Pflichtfelder (z.B. AGB-Haken im Warenkorb) umgangen.

Im Checkout (Erster Schritt): Dies ist die sicherere Variante, wenn du spezielle Abfragen im Warenkorb hast.

PayPal in Shopify aktivieren
PayPal in Shopify aktivieren.

PayPal Express erlaubt es Kunden, Daten aus ihrem PayPal-Konto zu ziehen (Adresse etc.), ohne sie im Shop einzutippen.

Wenn du PayPal aktiviert hast, wird der Express-Checkout automatisch aktiviert und überall, wo du den dynamischen Checkout-Button eingebunden hast, wird der Express-Checkout angezeigt.

Du kannst den Express-Checkout Button direkt am Produkt auf der Artikeldetailseite einbauen. Im Warenkorb ist er meist vom Theme aus schon im Standard eingebunden und im Shopify Checkout ebenso.

Aber Achtung: Überspringt der Kunde hier den „Warenkorb-Check“, werden evtl. Upsells oder Pflichtfelder umgangen.

Manuelle Zahlungsmethoden (Vorkasse)

Nicht jeder Kunde will seine Daten online eingeben. Besonders im B2B-Bereich oder bei älteren Zielgruppen ist „Vorkasse per Überweisung“ immer noch relevant.

Einrichtung von Vorkasse / Banküberweisung

  • Scrolle in Einstellungen > Zahlungen ganz nach unten zum Bereich Manuelle Zahlungsmethoden.
  • Wähle im Dropdown „Benutzerdefinierte Zahlungsmethode erstellen“
  • Fülle die Felder aus:
    • Name der benutzerdefinierten Zahlungsmethode: Hier trägst du den Namen der Zahlungsmethode ein, wie sie im Frontend für den Kunden angezeigt werden soll.
    • Zusätzliche Details: Sobald ein Nutzer die Zahlungsart anklickt, erscheinen weitere Informationen. Du kannst bspw. folgende Vorlage verwenden: „Nach Abschluss der Bestellung erhalten Sie unsere Kontodaten und Sie können den Betrag per Überweisung begleichen. Bitte nutzen Sie die Bestellnummer als Verwendungszweck. Ihre Bestellung wird erst nach Geldeingang auf unserem Konto versandt.“
    • Zahlungsanweisungen: Hier trägst du die Information ein, die dann in der E-Mail nach der Bestellung versendet wird. Beispiel: „Überweise den Rechnungsbetrag bitte an: [Vorname] [Nachname], IBAN: DEXX XXXX XXXX XXXX XXXX XX BIC: XXXXXXXXXXX, Bank: [Bankname], Verwendungszweck: Gebe bitte deine Bestellnummer an. Diese findest du auf der Bestellbestätigungs E-Mail. Sobald du den Betrag überwiesen hast, versenden wir deinen Einkauf.“
Shopify Vorkasse einrichten
Shopify Vorkasse einrichten

Kunden schließen den Kauf ab, schließen das Browserfenster und warten auf die Bestätigungsmail. Wenn dort die IBAN fehlt, bekommst du Support-Anfragen: „Wohin soll ich überweisen?“.

Wir lösen das, indem wir die E-Mail-Vorlage anpassen.

  • Gehe zu Einstellungen > Benachrichtigungen.
  • Öffne Bestellbestätigung.
  • Klicke auf Code bearbeiten.

 

Suche eine passende Stelle (z.B. unterhalb der Bestellübersicht oder nach {% capture email_body %}) und füge folgenden Code ein:

				
					{% if order.transactions.first.gateway == "Vorkasse" %}
<br/><table class="container">
  <tr>
    <td>
        <p>
          <u><b>Bitte überweise den offenen Betrag an:</b></u><br/><br/>
          <strong>Kontoinhaber:</strong>[Name Kontoinhaber]<br />
          <strong>IBAN:</strong>[IBAN]<br />
          <strong>BIC:</strong>[BIC]<br />
          <strong>Bank:</strong>[Bankname]<br />
          <strong>Verwendungszweck:</strong> Bestellung {{ order_name }}<br/>
        </p>
        <p>
          <i>Nach Geldeingang versenden wir umgehend deine Bestellung</i>
        </p>
    </td>
  </tr>
</table>
{% endif %}
				
			

Ersetze die Platzhalter mit deinen echten Bankdaten. Dieser Block wird nur angezeigt, wenn der Kunde „Manuelle Zahlung“ (Vorkasse) gewählt hat. Bei beispielsweise PayPal-Zahlern erscheint er nicht.

Drittanbieter anbinden (Mollie, Ratenzahlung & Co)

Wann solltest du externe Provider nutzen?

  • Spezial-Zahlungsarten: Du brauchst Methoden, die Shopify Payments nicht bietet (z.B. spezielle Ratenkauf-Anbieter).
  • High-Risk-Produkte: Shopify Payments verbietet bestimmte Produkte (z.B. CBD, bestimmte Supplements). Hier musst du auf Anbieter wie Mollie oder Authorize.net ausweichen.

Höhere Kosten bei Drittanbietern

Wenn du Shopify Payments nicht aktivierst und stattdessen alles über einen externen Anbieter (z.B. nur Mollie) abwickelst, berechnet Shopify eine zusätzliche Transaktionsgebühr je nach Plan:

  • Basic: 2,0 %
  • Grow: 1,0 %
  • Advanced: 0,6 %

Diese Gebühr kommt zusätzlich zu den Gebühren des Drittanbieters (z.B. Mollie ~0,25€ + 2,8%). Das killt deine Marge. Versuche daher immer, Shopify Payments als primäres Gateway aktiviert zu lassen und nur Drittanbieter zu nutzen, wenn du sie wirklich brauchst.

Die aktuellen Transaktionsgebühren findest du auf der Preisübersicht von Shopify.

Testmodus: So prüfst du deinen Checkout auf Herz und Nieren

Einer der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche oder Supportanfragen direkt nach dem Launch sind fehlerhafte Zahlungseinstellungen. Ein Kunde, der zahlen will, aber eine Fehlermeldung erhält, ist schnell frustriert und bricht den Kauf ab. Im schlimmsten Fall meldet sich erst Tage später jemand bei dir und du hast bis dahin viele potenzielle Käufer verloren.

Wir unterscheiden drei Methoden des Testens. Wähle die, die zu deinem Setup passt.

Methode 1: Der offizielle "Shopify Payments" Testmodus

Nutze diese Methode, wenn du Shopify Payments als Haupt-Gateway aktiviert hast.

Dies ist die sauberste Methode, um Kreditkartenzahlungen (Visa, Mastercard, Amex) zu simulieren, ohne echtes Geld zu bewegen.

  • Gehe zu Einstellungen > Zahlungen.
  • Klicke im Bereich „Shopify Payments“ auf Verwalten.
  • Scrolle ganz nach unten und setze den Haken bei Testmodus aktivieren.

 

Sobald der Testmodus aktiv ist, kannst du im Checkout folgende simulierte Kreditkarten verwenden. Gib als Namen „Test Person“, ein beliebiges Ablaufdatum in der Zukunft und eine beliebige Prüfnummer (CVC) ein.

  • Erfolgreiche Zahlung simulieren: 4242 4242 4242 4242
  • Fehlgeschlagene Zahlung (Karte abgelehnt): 4000 0000 0000 0002
  • Fehlgeschlagene Zahlung (Sicherheitsfehler): 4000 0000 0000 0113

 

Mehr Codes findest du in der offiziellen Shopify Dokumentation.

Methode 2: Das "Bogus Gateway"

Nutze diese Methode, wenn du KEIN Shopify Payments nutzt.

Wenn du Shopify Payments nicht eingerichtet hast, bietet Shopify einen generischen Simulator namens „Bogus Gateway“ an.

  • Gehe zu Einstellungen > Zahlungen.
  • Wenn noch kein Anbieter aktiv ist, klicke auf „Anbieter auswählen“ und suche nach (for testing) Bogus Gateway.
  • Aktiviere es.

 

So bedienst du den Bogus Gateway im Checkout

Hier funktionieren keine langen Kreditkartennummern. Stattdessen nutzt du Codes im Feld „Kreditkartennummer“:

  • Erfolgreiche Zahlung: 1
  • Fehlgeschlagene Zahlung: 2
  • Fehler beim Provider (Gateway Error): 3

 

CVV: Gib irgendeine dreistellige Zahl ein (z.B. 123).
Name: Gib „Bogus Gateway“ ein.

Mit Bogus Gateway testen.
Mit Bogus Gateway testen.

Methode 3: Echte Transaktion mit Geldfluss

Pflicht für PayPal, Klarna und Sofortüberweisung.

Testmodi funktionieren oft nicht zuverlässig für Drittanbieter wie PayPal oder Klarna, da du hierfür spezielle „Sandbox-Accounts“ bei den Anbietern bräuchtest, was technisch oft zu aufwendig ist.

Der sicherste Weg ist eine echte Transaktion.

  • Deaktiviere alle Testmodi (Shopify Payments Testmodus aus / Bogus Gateway löschen).
  • Erstelle ein verstecktes Produkt namens „Test“ für 1,00 € (oder erstelle einen Rabattcode über 99%, wenn dein Produkt teurer ist).
  • Öffne deinen Shop in einem Inkognito-Fenster (um Caching-Fehler zu vermeiden).
  • Kaufe das Produkt wie ein echter Kunde. Nutze dein echtes PayPal-Konto oder deine echte Kreditkarte.

 

Nun prüfst du folgende Punkte:

  • Wurdest du korrekt zur „Danke-Seite“ weitergeleitet?
  • Wurde das Geld von deinem Konto abgebucht?
  • Ist die Bestellung im Shopify-Backend eingegangen?
  • Hast du alle E-Mails korrekt erhalten (als Kunde und als Händler)?
  • Ist die Bestellung korrekt in Shopify eingelaufen?
  • Wurde die Rechnung korrekt erstellt?
  • Wurde die Mehrwertsteuer korrekt ausgewiesen?
  • Wurden alle Lagerbestände richtig verändert (bei Kauf und bei Rückerstattung)?

 

Gehe anschließend in die Bestellung in Shopify und klicke auf Erstatten.

  • Der Kunde (du) bekommt das Geld zurück.
  • Die prozentualen Gebühren werden dir von Shopify/PayPal erstattet.
  • Die fixe Transaktionsgebühr (z.B. die 0,35 € bei PayPal) wird oft nicht erstattet. Sieh dies als kleine Investition in deine Sicherheit.

Anschließend solltest du alle wichtigen Zahlungsarten integriert und erfolgreich getestet haben.

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